WARENKUNDE

Die verschiedenen Teile des Rindes und deren Zubereitung


1. Kopf

Die Rindsbäggli sind ein klassisches Schmorgericht. Es dauert rund drei Stunden, bis die Fleischstücke weichgegart sind. Werden die Bäggli nicht als eigenes Gericht zubereitet, finden sie Verwendung in Suppen, Sülzen und Pasteten. Die Zunge vom Rind (gesalzen) wird ca. 2 Stunden im siedenden Wasser weichgegart.

 

2. Hals

Der Hals ist kräftiges Muskelfleisch und benötigt darum eine längere Garzeit. Er eignet sich gut für saftiges Gulasch, Ragout oder Siedfleisch.

 

3. Schulter / Braten

Schulter Filet – gerade von jüngeren Tieren – eignet sich gut für Tatar und Steaks, aber auch für Schmorgerichte (Sauerbraten, Ragout, Gulasch).

 

Der Schulter Spitz ist stark von Sehnen durchzogen und eignet sich weniger zum Kurzbraten. Häufiger ist es Grundlage für Schmor- und Siedfleischgerichte (Braten, Ragout, Gulasch). Im BBQ wird der Schulterspitz für «Pulled Meat» verwendet («Pulled Beef»).

 

Dicke Schulter: Die Dicke Schulter ist ein Fleischstück aus der Schulter, dessen Fleisch saftiger und magerer ist als andere Stücke aus der Schulter. Es ist aber im Vergleich zu Stücken aus dem Hinterviertel grobfaseriger und eher fest. Die Dicke Schulter kann vielseitig eingesetzt werden – als Schmorbraten und Siedfleisch, aber auch für Saftplätzli.

 

4. Hohrücken

Der Rücken wird unterteilt in den sogenannten abgedeckten Rücken und den Hohrücken. Der abgedeckte Rücken eignet sich für mageres Siedfleisch und Voressen. Aus dem Hohrücken entstehen nach entsprechender Lagerzeit saftige, zarte Steaks oder ein Braten.

 

5. Federstück / Siedfleisch

Das Federstück liegt zwischen Rücken und Brust und eignet sich ideal für alle Formen von Siedfleischgerichten. Häufig wird es in der Schweiz für Pot-au-Feu verwendet. Für das Federstück existieren auch Grillrezepte (für die Krustenbildung, nachdem das Fleisch niedergegart wurde).

 

6. Brustkern / Siedfleisch

Das Fleisch der Brust kann man als mager bezeichnen. Als Garmethode wird das Sieden empfohlen.

 

7. Filet + Entrecôte / Nierstück 

Das Filetstück ist besonders zart und feinfaserig, weil die Rückenmuskulatur des Rindes relativ wenig beansprucht wird. Das Filet ist mit nur 2 bis 4 Prozent Fettgehalt das edelste Stück des Rinds, obschon das Rindfleischaroma weniger intensiv ist als bei anderen Stücken. Das Filet ist hervorragend zum Kurzbraten geeignet – als Filetsteak, Chateaubriand, Tournedos oder als Filet Wellington im Teig. Ebenfalls verwendet wird das Filet für Tatar.

 

Der Fettgehalt beim Entrecôte ist grösser als beim Filet (ca. 10 Prozent). Die Qualität des Fleischs hängt stark von der Reifung, dem Alter des Tiers, dem Geschlecht und von der Marmorierung ab. Das Entrecôte eignet sich perfekt zum Braten – am Stück als Roastbeef oder in Scheiben geschnitten; als Entrecôte oder dicker als Entrecôte double. Weitere Steakformen sind das T-Bone-Steak und das Porterhouse-Steak (mit dem Knochen geschnitten). 

8. Lempen / Laffe

Häufig werden Stücke aus dem Lempen für Schmor- und Siedfleischgerichte verwendet (Ragout, Gulasch, Suppenfleisch).

 

9. Huft

Die Huft ist besonders zart und feinfaserig, weil die Rückenmuskulatur des Rindes relativ wenig beansprucht wird. Huft eignet sich für ganze Braten sowie zum Kurzbraten als Geschnetzeltes und Steak. Ebenso wird sie häufig für Fondue Chinoise und Fondue Bourguignonne verwendet.

 

10. Stotzen

Das Eckstück gilt als klassisches Rouladenstück; es ist aber auch ideal geeignet für Geschnetzeltes, Braten, Fondue Chinoise, Fondue Bourguignonne, Schnitzel und Steaks.

 

Die Unterspälte liefert ausgezeichnetes Fleisch für diverse Schmorgerichte (Braten, Gulasch, Ragout, Rouladen).

 

Mit seiner Charakteristik eignet sich der Runde Mocken ausgezeichnet für Schmorgerichte. Oft wird er für einen Brasato oder Sauerbraten verwendet. Aus dem Runden Mocken werden auch kleine Saftplätzli geschnitten.

 

Mit ihrer Beschaffenheit eignet sich die Runde Nuss bestens für Schmorbraten. Verwendet wird sie aber auch für Fondue Chinoise, Fondue Bourguignonne, Geschnetzeltes und Plätzli.

 

Die Flache Nuss eignet sich, wenn das Fleisch gut gereift ist, auch für kurzgebratene Steaks. In der Regel jedoch liefert sie ausgezeichnetes Fleisch für traditionelle Schmorgerichte. Verwendet wird sie auch für Fondue Chinoise, Fondue Bourguignonne und Geschnetzeltes.

 

Das Weisse Stück gehört zu den Stücken des Stotzens, die für klassische Schmorgerichte (Braten, Ragout, Gulasch, Geschnetzeltes) verwendet werden.

 

11. Haxen / Schenkel Vorderviertel

Der Unterschenkel, die sogenannte Vorderhesse, wird in der Regel abgetrennt und in Scheiben geschnitten. Diese Stücke brauchen wegen ihres hohen Bindegewebeanteils eine lange Garzeit, liefern aber einen kräftigen Geschmack, weshalb sie für klare Rindssuppen verwendet werden. Auch enthalten die Knochen der Vorder- und Hinterhesse Knochenmark für Klösschen und Suppeneinlagen.

 

12. Haxen / Schenkel Hinterviertel

Die Beinscheiben der Hinterhesse (Unterschenkel des Hinterbeins) liefern aromatisches Suppenfleisch. Sie können auch im Ganzen geschmort werden.

 

13. Oxtail / Schwanz

Ochsenschwanz eignet sich für klare Suppen und Saucen. Das Fleisch wird nach dem Kochen vom Knorpel ausgelöst und in Stücke geschnitten.